Politik

 

Regionales Raumentwicklungsprogramm (RREP), Vorentwurf Januar 2008

Ergänzungen zum RREP Meckl. Seenplatte
von Olaf Spillner

Olaf Spillner
Pseudostrasse 01
17129 Hohenbüssow

Planungsamt Neubrandenburg

Betreff: Ergänzungen zum RREP Meckl. Seenplatte

VORREDE

Zu 1.4. Das Leitbild findet meine volle Unterstützung,

aber es wird noch viel Wasser die Tollense hinunter fließen, bis der Schutz und die Pflege der natürlichen Lebendgrundlagen ein Hauptanliegen der hier lebenden Menschen wird.

Damit dieser Tag aber nicht der St. Nimmerleinstag wird, wäre eine straffere Analyse des Vor- und Nachwendezeitraums für die Planungsregion hilfreich.
Der Ist-Zustand ist nicht zufällig da und der gehört analysiert.

Unser Planungsraum wurde als Kulturlandschaft von der Landwirtschaft geprägt.
Dabei entstand die große Artenvielfalt der Flora und Fauna.
Diese Landwirtschaft sorgte für Vollbeschäftigung im ländlichen Raum... bis zur Wendezeit.
Nach 1989 setzte die moderne Agrarindustrie 9 Zehntel der Arbeitskräfte frei.
Die Folgen waren Landflucht, Geburtenrückgang und Monokulturen.
Der Ländliche Raum konnte in der neuen Situation aus sich heraus nur wenig neue Entwicklungspotentiale zeigen. Die Dominanz der alten Strukturen, mit ihrem Beharrungsvermögen u. der Verwurzelung in der gebliebenen berenteten Bevölkerung, machten es neuen Ansätzen schwer.

Doch von Seiten der EU wird dieser Entwicklung im Osten entgegengesteuert.
Mit dem EPLR (Entwicklungsprogramm für den Ländlichen Raum) wurden Wege der Förderung der zu kurz gekommenen Natur und der Diversifizierungsmöglichkeiten auf dem Lande aufgezeigt.
Wenn also „europäisch! Denken“ ein Anliegen des Leitbildes sein soll, dann wünsche ich mir, dass über den vorhandenen Rahmen der Landesplanung hinausgesehen wird.

Auch die Forderung, der Stärkung der 2.Säule der EU-Agrarsubventionen, eben für die Ländliche Entwicklung gehört in den Blickwinkel der Planung.
Ansonsten werden noch mehr Leute aus den ländlichen Räumen der Planungsregion abwandern.
(Dieses Problem sollte auch unter 5.4.1 Landwirtschaft zu finden sein.)

Zu 5.1.2. Landschaft

            (2) Kulturlandschaft:

Hier sollte die (ehemals umfassend geplante) gestaltete Landschaft,
die Vielzahl der Parks und der sie verbindenden Alleen explizit herausgearbeitet werden.
Der Bezug von diesem gestalteten Raum zu noch vorhandenen Denkmalgebäuden fehlt auch im Entwurf.
Gerade im Kreis Demmin ist eine sehr hohe Dichte von Lenne-Parks und Alleen vorhanden. Durch die vorhandene Agrarindustrie ist teilweise nicht nur die Feingliedrigkeit vieler Anlagen verdrängt worden.
Aber der Rest ist immer noch sehenswert.

Die Landschaft sollte nicht nur gepflegt und entwickelt werden, sondern auch dort, wo ihr großer Schaden zugefügt wurde, und es letztendlich ökonomisch sinnvoll ist, sollte sie renaturiert oder rekultiviert werden.

Zu 6.2.1 Kultur

Also auch hier fehlen unbedingt die gestalteten Kulturlandschaften mit ihren Parks, Alleen und Denkmalen. Denn sie sind zentraler Bestandteil der Kultur.
Auch die Erwähnung unter 4.2 Dorfentwicklung, ersetzt diesen Mangel nicht.

Weiterhin fehlen die ansässigen Künstler, die aus den Metropolen auf das Land gezogen sind, und jetzt in der Planungsregion tätig sind (siehe Burg Klempenow).

Und da EU-Vorgaben im Lande auch in Realität umgesetzt werden, sollte ein Blick der Planer konkret in die GLES(gebietsbezogenen lokalen Entwicklungsstrategien ) der bestätigten LAGs der Leader- Regionen erfolgen.

Unter 1.3. Bevölkerungsentwicklung fehlt z.B. ein Punkt 1.3.2.1 Gegenläufige Tendenzen:
denn es gibt in der Planungsregion inzwischen auch Gebiete, in denen die benannten Prognosen nicht greifen.
So genannte Raumpioniere sind z.B. im Kreis Demmin am Tollensetal erfolgreich tätig geworden.
(Nachzulesen im GLES der LAG Demminer Land im Leitprojekt “Leben am Tollensetal“.
Eine Orientierung auch an diesem Leitprojekt zeigt neue Wege auf.

Zu  3.1.3 (3) Tourismusentwicklungsräume  KARTE

Der in der Gesamtkarte festgelegte Entwicklungsraum in der Gemeinde Alt Tellin umfasst im vorgelegten Entwurf bisher nur das in der Landschaftsbildbewertung als „sehr hoch“ eingestufte Tollensetal.

Die im Gemeindegebiet vorhandene absolute Gäste-Bettenzahl, die inzwischen die Grenze von 100 überschritten hat und weiter im steigen begriffen ist, soll für die Bewertung unseres Tourismusentwicklungsraumes mit berücksichtigt werden.

( Denn neben dem Bikerhotel, den Gästezimmern in Hohenbüssow, dem Broocker Hof und verschiedenen Ferienwohnunganbietern, ist selbst die Gemeinde zum Bettenanbieter überschüssige Mietwohnungen geworden.)

Dies sollte als weiteres Kriterium unseres Entwicklungsraumes erfasst werden.
So das damit das gesamte Gemeindegebiet als Tourismusentwicklungsraum eingestuft und dargestellt werden sollte.

Da das Regionale Raumentwicklungsprogramm ebenso wie das Landesraumentwicklungsprogramm zu den Grundlagen der unterschiedlichsten Förderprogramme gehört, ist es für die Gemeinde gut, mit ihrem gesamten Gemeindegebiet Tourismusentwicklungsraum zu werden, um auf diese Fördermöglichkeiten zugreifen zu können.

zu 5.1(5) Vorbehaltsgebiete Naturschutz und Landschaftspflege KARTE

Die im Gemeindegebiet in der Gesamtkarte (M 1:100.000) dargestellten Vorbehaltsgebiete Naturschutz und Landschaftspflege umfassen nicht alle, der nach den im Begleittext zur Karte benannten Kriterien schützenswerten Räume.

  1. Das Tollensetal als Vorbehaltsgebiet wird leider nur in den Grenzen des festgesetzten Landschaftsschutzgebietes dargestellt. Außerhalb dieses Gebietes liegen zum Teil schützenswertere Landschaftsbestandteile als im Landschaftsschutzgebiet selber. Die Grenzen des LSG werden z.B. durch Wegkanten beschrieben, während außerhalb dieser, große alte Feldsteinmauern mit verschiedenstem Bewuchs nicht erfasst werden. U. a. Reste eines Hangquellmoores und ein Auenwäldchen sollten nicht außerhalb der festzulegenden Grenzen bleiben.

  2. Das FFH-Gebiet in Hohenbüssow ist im Entwurf nicht zu finden. Weder der so genannte Pflanzgarten am Ortseingang, noch die geschützte Eiche am Ortsende ist im vorgelegten Entwurf erfasst. Es wäre zu bedenken, die gesamte Ortslage mit der unter Schutz stehenden alten Allee nach Broock bis zum Bach, der in die ehemalige inzwischen renaturierte Kieskuhle fließt, mit dieser in den Vorbehaltsraum aufzunehmen.

  3. Der bedeutende Lennepark in Broock ist in jeden Fall in das Vorbehaltsgebiet Landschaftspflege aufzunehmen, dabei ist der Verbindungsweg nach Buchholz mit seinen alten Eichen mit einzubeziehen.

Die Vorbehaltsgebiete Naturschutz und Landschaftspflege sind in der Gesamtkarte (M 1:100.000) dargestellt.

Diese Darstellungen sollen um die benannten Gebiete erweitert werden. Gleichfalls soll der Tourismusentwicklungsraum für das gesamte Gemeindegebiet dargestellt werden.

Die Änderungsvorschläge für das Gebiet der Gemeinde Alt Tellin, sollten dort, wo es Sinn macht, auch an anderer Stelle in der Planungsregion berücksichtigt und dementsprechend eingearbeitet werden.

Außerdem:    

In der Karte ist die in der Gemeinde Alt Tellin von Neu Buchholz nach Broock führend Kreisstrasse immer noch über Hohenbüssow führend eingezeichnet. Doch das ist nicht der aktuelle Stand. Diese Kreisstrasse führt jetzt auf kurzem Wege an Hohenbüssow vorbei.         

Zu 1.3.3.

SCHLUSS 

Situation: 

Gewaltige Agrarflächen, bewirtschaftet von modernen hochtourigen Maschinen mit geringem Personalbedarf, dominieren den Raum. LPG-Rentner, verlassen von ihren Familien, leben neben fremden Leuten aus urbanen Gebieten.

Problem:  Der Konflikt zwischen Agrarindustrie und Leben auf dem Land wird verdrängt und zum Kampf gegen die neuen Bewohner missbraucht aber nicht  gelöst.

Ziel: Nachhaltiges Leben außerhalb städtischer Grenzen soll optimiert werden.

Maßnahmen:  Wahrnehmung der vorhandenen Probleme,
Kommunikation zwischen Alteingesessenen u. Neusiedlern.
Attraktivität der Kulturlandschaft mit ihrer Artenvielfalt stärken und dadurch neue Leute ansiedeln. (Siedlungsprogramm)


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