Politik

 

Einschüchterungsversuch:politisch motivierter Angriff auf Gemeindevertreter

Eigenbericht 2008-06-02

Liebe Freundinnen und Freunde,

die Auseinandersetzung um die Schweineanlage in Alt Tellin ist gestern Abend eskaliert. Gegen 22h hielten in Hohenbüssow vor dem Grundstück der Spillners zwei PKW.  Zwei der Insassen stiegen aus und begannen sofort, unter dem Gegröle der übrigen Fahrzeuginsassen, auf das Gartentor der Spillners einzuschlagen und zu treten. Dann drangen sie auf das Grundstück vor und demolierten auch noch den Briefkasten und das Hausnummernschild. Als Schlagwerkzeug benutzten sie einen mitgebrachten Holzpfahl. Die herbeigeeilte Möne Spillner wurde glücklicherweise nicht angegriffen.

Im folgenden Wortwechsel drohten die Täter an, dies sei nicht das letzte Mal und die Gemeindevertreter Ruddat und Streich werde man auch noch besuchen. Als Grund für den Angriff gab man an, die Angriffe auf den Bürgermeister Karstädt und Frau Ey nicht länger hinnehmen zu wollen. Ruddat und Streich seien Verräter.

Als Frau Spillner in Richtung der Autos ging, um die Kennzeichen abzulesen, fuhren diese mit quietschenden Reifen Richtung Alt Tellin davon. Die beiden aus den Autos ausgestiegenen Täter wurden  dabei einfach zurückgelassen. Sie machten sich zu Fuß auf den Weg Richtung Alt Tellin.

Unterwegs wurden sie von mittlerweile alarmierten Nachbarn eingeholt. Hier wiederholten beide ihre Motive: Der Bürgermeister und Frau Ey hätten Drohbriefe erhalten und dies werde man nicht einfach hinnehmen. 10 Jahre lang habe man nun schon "dieFüße stillgehalten" und die Zugezogenen geduldet. Der Widerstand gegen die Schweineanlage verhindere Arbeitsplätze in der Gemeinde. Nach wenigen Minuten traf dann auch die ebenfalls benachrichtigte Polizei ein.

Alles in allem ein wirklich alarmierender Vorgang. Auch wenn die CDU in Alt Tellin natürlich nicht Auftraggeber solcher Gewalttaten ist, so ist es schon bedenklich, wenn sich einige ihrer Anhänger am Abend der verlorenen Landratswahl zu Gewalttaten hinreißen lassen. Dem muß entschieden Einhalt geboten werden. Eine klare und öffentliche Distanzierung ist daher sowohl vom Bürgermeister als auch von der Kreistagsfraktion der CDU einzufordern. Und die CDU sollte vielleicht auch einmal selbstkritisch hinterfragen, auf welcher Ebene eigentlich argumentiert wird. Solchen Übergriffe sind ein ernstes Alarmsignal, man sollte sie nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Der politische Druck auf die CDU-Liste in derGemeindevertretung ist gewaltig: zuletzt hatten sich auch die "normalen,alteingesessenen Bürger" mit einem geharnischten offenen Brief zu Wortgemeldet (Anhang NK-Artikel und der offene Brief im Wortlaut). Wann endlich gedenkt man, die Öffentlichkeit ernst zu nehmen?

Liebe Grüße

Jörg


Links neben dem Torein Holzpfahl mit demzugeschlagen wurde

der demolierte Briefkasten

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