Politik

 

2. OFFENER BRIEF an Frau Holznagel

Sehr geehrte Damen und Herren in Mecklenburg-Vorpommern,

heute sende ich den zweiten Versuch eines Offenen Briefes an unsere
Vize-Landtagspräsidentin.
Auf den ersten hat sie bisher leider nicht reagiert. In meiner
Betroffenheit nach einer Gewaltattacke ist er vielleicht etwas zu
umfangreich ausgefallen.
Hier nun eine Kurzform speziell für Frau Holznagel:

Olaf Spillner

Gemeindevertreter in der Gemeinde Alt Tellin im Landkreis Demmin                                                     am 19.Juni 08

 

OFFENER BRIEF an Frau Holznagel

 

Sehr geehrte Frau Holznagel,

Am 2.Juni habe ich Ihnen einen Offenen Brief geschickt, als Betroffener einer Gewalttat.

Es war der Tag nach dem Internationalen Kindertag, an dem der schwarze Kreis Demmin im Rahmen der Demokratie seinen roten Punkt erhalten hat.

In Ihrem Wahlkreis wurde ein linker Landrat gewählt.

Das hat Sie sicher nicht erfreut, denn unmittelbar vor dem Wahlsonntag waren Sie zur Krisensitzung  der CDU ins Alt Telliner Wirtshaus gereist.

Denn unter dem Motto „Das Maß ist voll“ forderten Bürger aus Alt Tellins  eine sofortige Neuwahl des CDU geführten Gemeinderates.

In dieser Krisensitzung wurde Ihnen von Mitgliedern Ihrer Partei die explosive Lage in der Gemeinde deutlich gemacht. Das wollten Sie nicht wahrhaben.

Nachdem am Wahlsonntag die Niederlage des CDU- Landratskandidaten im Kreis Demmin glasklar wahr, fuhren bei mir zu Haus in Hohenbüssow um 22.00 Uhr zwei Autos vor, mit grölenden Leuten.

Zwei Personen, bewaffnet mit ca. 2m langen Rundhölzern riefen meinen Namen und zertrümmerten meine Eingangspforte. Als meine Frau sich trotz der Schläge auf das Tor, an den Angreifern vorbei zu den Autos begab, um deren Kennzeichen festzustellen, fuhren diese mit quietschenden Reifen in Richtung Alt Tellin davon.

Die etwas angetrunkenen abgesetzten Schläger trotteten hinterher.

Später wurden sie von der Polizei gestellt.

Zuvor riefen sie am Tatort, das sei nicht das letzte Mal, wir kommen wieder, das wird jetzt öfter vorkommen. Auch die anderen Gemeindevertreter aus Ihrer Partei (die Verräter) sollten noch „Besuch“ bekommen. Denn diese hatten es gewagt, mit der Mehrheit der Einwohner den Ansiedlungsplänen Europas größter Ferkelfabrik auf dem Gemeindegebiet entgegenzutreten.

Das alles wissen Sie, nicht nur durch meinem ersten Offenen Brief an Sie. Denn die Regionalzeitung Ihres Wahlkreises wird Sie sicher erreichen.

Noch einmal zu Ihrer Erinnerung, ich schrieb Ihnen:

„Und wenn erst auch nur eine Pforte zerstört wird, damit wird der Weg freigeschlagen zur Eskalation der Gewalt auch gegen Leib und Leben, wenn dem nicht Einhalt geboten wird.

Darum bitte ich Sie Frau Holznagel auch als Vize-Landtagspräsidentin, sorgen Sie dafür, dass der Landfrieden auch im Landkreis Demmin erhalten bleibt.“

 

Und ich bin sehr betrübt über die bisher ausbleibende Reaktion Ihrerseits. Sogar unser Bürgermeister hat sich von der Gewaltattacke distanziert. Das ist das Mindeste, denn an anderer Stelle haben Sie gefordert:

„Wir dürfen nicht wegsehen, sondern müssen eingreifen oder für Hilfe sorgen, wenn Gewalt gegen Menschen verübt wird, egal, ob der Anlass deren Hautfarbe, deren religiöse und politische Überzeugung oder deren Behinderung ist.“

Trotz alledem

Mit freundlichen Grüssen          

Olaf Spillner

 

 


<< zurück zu Aktuelles